Die Zeitschrift für Männedorf

Herausgeber: Gewerbeverein Männedorf
 



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Aktuelle Ausgabe
FO 5/17 – Sept. / Okt. 2017




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Editorial *

 

  Sandy Jud, Männedorf
 

«Ein bisschen von früher über gestern zu heute»

Hallo. Schön, Sie zu sehen. Ich schreibe für mein Leben gern. Habe ich immer schon getan. Über alles und jeden, aber am liebsten über das Leben eben. Über Höhen und Tiefen und Dinge, die komisch sind, wenn sie nicht einem selber widerfahren. Und um über alles und jeden schreiben zu können, brauche ich Inspiration. Und die hole ich mir, wann immer es mir möglich ist …

Ich bin Ur-Männedörflerin, sprich ich bin in den frühen 80er-Jahren hier aufgewachsen und bis heute ganz einfach geblieben. Oft spaziere ich durch unsere Gemeinde und mache mir Gedanken. Zu früher, zu gestern, zu heute und morgen. Meinen Rundgang starte ich meist im Volg und kaufe mir eine Buttermilch. Die habe ich als Kind schon im Lädeli bekommen, wenn ich artig war. Ja genau, das kleine Lädeli mit der Tankstelle dahinter, bei der es immer so schön nach Benzin roch. Dann schaue ich zum Kreisel runter und erinnere mich an das alte schiefe Haus, das da mal stand (wohlgemerkt nicht an einem Kreisel, der kam später). Mein Weg führt mich dann oftmals die Bergstrasse runter zum Migros. Vor meinem geistigen Auge kann ich den Kiosk und die vielen Pflanzen davor sehen. Den Polizei-Schriftzug daneben. Wir gingen ja früher noch zum «Migros-Wage» in die Mettlen. Das war vielleicht ein Erlebnis! Ich kann das alte Kirchgemeindehaus sehen, auf dessen Bühne ich oft stand, um Theater zu spielen. An der «Regina» vorbei durch die Unterführung gelange ich zum Bahnhofsareal. Ich erinnere mich an die alte Post, bei der man immer schön in der Reihe stand und das Geld in diese lustige Plastikdrehscheiben legte. Damals gab‘s noch keine Süssigkeiten, Fondue-Sets oder Handys dort zu kaufen (es gab überhaupt noch keine Handys. Die Telefone waren lindgrün, hatten eine Wählscheibe, hingen an einem Kabel und standen zu Hause auf einem kleinen Teppich, jawohl). Aber manchmal bekam man als kleiner Kunde in der Post einen Extra-Stempel ins Büchlein. Und das war echt cool …

Beim Bahnhof konnte man noch ohne weiteres über das erste zum zweiten Gleis laufen und ich habe mich immer gefreut, wenn die «Chiquita-Banane» und nicht der «Goldküstenexpress » kam. Warum? Wegen der Farben. Violett-Orange …

Die Waro im Oberdorf, wo man als Kind ein «Wurschtrugeli» beim Metzger bekam, kommt mir spontan in den Sinn und ich frage mich, warum man als Erwachsener nie mehr in diesen ganz speziellen Genuss kommen darf.

Durch einen kleinen Weg quer durchs Chrut gelange ich an die Kugelgasse. Im «Heller» hat man alles bekommen. ALLES. Ob Brotkorb oder Jasskarten, Sonnenhüte oder Einlegesohlen. Wer etwas suchte, der fand es im Heller. Mein Weg führt mich weiter am Coop vorbei. Ich erinnere mich an die alte, braune Kaffeemühle, die man als Kind mit dem an einer Kette befestigten Pinsel sauber machte. Wenn ich die Augen schliesse, kann ich den Kaffee noch immer riechen, die bunten Zeitschriften und das schwarz-weisse «Riiti rössli», auf dem jedes Kind reiten wollte, sehen. Wissens Sie es noch? Ich muss unwillkürlich lächeln, wenn ich daran zurückdenke.

Und während ich da jeweils so ganz in Gedanken vor mich hinschlendere, biege ich zum Schluss meines Rundgangs meist zu einem meiner Lieblingsplätze in Männedorf ab. Dem Alma-Park. Ich besuche die alte Höhle und den Teich. Bestaune die grossen Bäume, den Pavillon und den Hafen. Ich setze mich auf die Treppe und halte die Füsse in den klaren See. Dann lasse ich für einen Augenblick meinen Alltag hinter mir und denke so bei mir: Nicht ganz alles ist anders geworden zwischen damals, gestern und heute. Einiges hat durchaus Bestand in dieser schönen Gemeinde. Denn das ist sie. Einfach schön. Und so beschliesse ich meinen kleinen Rundgang und gehe Richtung heimwärts, um mir Gedanken zu machen, über was ich denn nun schreiben könnte. Etwas, das alle Männedörfler irgendwie anspricht. Etwas, das Erinnerungen und Gefühle weckt. Ein kleines Etwas, das ein Lächeln ins Gesicht zaubert und die Sonne scheinen lässt. Etwas, das bleibt.

Haben Sie auch Erinnerungen an Ihr persönliches Männedorf? Schreiben Sie sie mir auf www.sanjustar.com

 Sandy Jud

 

* Das Editorial wird abwechselnd von Mitgliedern des Gewerbevereins Männedorf, Gemeindevertretern oder Bewohnern aus Männedorf geschrieben.
 



Veranstaltungstipps

 

September 2017


2
Sa
Drachenbootrennen Rapperswil-Jona: Drachenbootrennen am Oberen Zürichsee. Wettkampf über 222 m (Kategorien: Fun, Fun Mixed), Kreativpreis für bestes Team-Outfit, «KidsCorner», Whirlpool, Grill-, Fest-wirtschafts- und Barbetrieb, Night Event «6vs6 Seilziehen», «Birthday-Dragonboat Party» mit DJ Carry Luke & DJ Nameless. Infos auf: www.kcrj.ch/drachenbootrennen

17 So
Boldern – Hotel, Restaurant, Seminar: literarisch boldern – Lukas Hartmann, 17.00–18.30 Uhr. Gesprächsleitung: Hans Strub – mit Publikumsbeteiligung.

22 Fr
Kulturkreis Männedorf:
Knuth und Tucek mit ihrem Programm «Rausch!». Satire und Musik. Ein berauschender Basejump in die tiefen Schluchten der Weiblichkeit, ein wilder Höhenflug zu den Sternbildern des Menschseins. Gemeindesaal Männedorf. Abendkasse. Beginn Veranstaltung 20.00 Uhr, Vorverkauf Papeterie Pfister ab 5. September.

24 So
14. slowUp Zürichsee:
Ab 10.00–17.00 Uhr ist die Seestrasse ab Meilen bis Schmerikon für den motorisierten Verkehr gesperrt. Viele Stände entlang der Route. Beachten Sie das grosse Festangebot in Männedorf. Siehe Programm auf Seite 50.

30 Sa
Grosser Leuemärt-Herbstmärt:
Markt mit vielen Ständen und Attraktionen im Zentrum von Männedorf mit regionalen Produkten und Spezialitäten aus Europa, Zentrum Leue, 9.00–15.00 Uhr


Oktober 2017

 

 
Marianne Nievergelt                      Josiane Hunkeler

27 Fr
Verein Kulturschüür Männedorf:
Ausstellung mit Marianne Nievergelt und Josiane Hunkeler. Vernissage: Fr, 27.Okt., 19.00 Uhr. Kulturschüür Liebegg, Alte Landstr. 230, www.kulturschüür.ch. Ausstellung dauert bis 12. November

27 Fr und 28 Sa
Fäschtotter:
4. Oktoberfest. Getanzt und gefeiert wird von 17.00 bis
24.00 Uhr im Festzelt und im Anschluss in der Bar nebenan auf dem
Parkplatz der Sportanlage Widenbad hoch über Männedorf. Ein Shuttle-
Service der Firma «Happy Netz» garantiert Transporte ab zirka 23.00 Uhr
zum Bahnhof Männedorf sowie zum Busbahnhof in Oetwil am See.
www.faeschtotter.ch

 


 

Redaktionsschluss

Redaktionsschluss für «Fischotter» Nr. 6/2017, November: 25.09.2017. Verteilung ab 27.10.2017


 

 

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